Fallstudie – Raketenschubvektorsystem mit L16-Aktuatoren

In der Luft- und Raumfahrttechnik sind die ersten Flugsekunden die kritischsten. Die meisten Forschungsraketen verwenden feste Leitwerke zur Stabilisierung; diese benötigen jedoch einen Hochgeschwindigkeits-Luftstrom, um wirksam zu sein. Dadurch entsteht ein... „Stabilitätslücke“ während des Starts und bei Langsamflugmanövern, wenn das Fahrzeug noch nicht schnell genug ist, damit aerodynamische Oberflächen die Kontrolle übernehmen können.

Das Studententeam Portal Space in Norwegen schließt diese Lücke mit einem eigens entwickelten Schubvektorsteuerungsmechanismus (TVC). Anstatt auf den Luftstrom über Leitflossen zu setzen, kippt dieses System die Antriebseinheit physisch, um das Fahrzeug von unten nach oben zu steuern. Obwohl der Mechanismus für die hohen Anforderungen im Raketenflug konzipiert ist, verwendet das Team für seinen Prototyp derzeit ein propellerbasiertes Design, um schnelle Tests und Iterationen zu ermöglichen.

Technische Spezifikationen: Weitere Informationen zum in dieser Anwendung verwendeten Produkt finden Sie in unserer Produktbeschreibung. Produktseite für L16-Stellglied

Die technische Herausforderung: Geschwindigkeit vs. Stabilität

Die Entwicklung eines Lenksystems erfordert Fingerspitzengefühl. Ist die Bewegung zu langsam, hinken die Computerkorrekturen der tatsächlichen Fahrzeugneigung hinterher, was zu einem Unfall führen kann, bei dem das System überkorrigiert und das Fahrzeug außer Kontrolle gerät.

Das Portal Space-Team nutzte aufwendige Simulationen, um den optimalen Korrekturwert zu ermitteln. Die Hardware musste leicht genug für den Flug, aber gleichzeitig schnell genug sein, um den hohen Geschwindigkeitsanforderungen der Flugsoftware gerecht zu werden. Sie wählten die L16-50-35-6-R aus mehreren technischen Gründen:

  • Geschwindigkeit: Das Übersetzungsverhältnis von 35:1 ist die schnellste Ausführung dieses Aktuators und ermöglicht die für Echtzeit-Lenkungsanpassungen erforderlichen schnellen Reaktionszeiten.
  • Kompatibilität: Da die R-Serie als linearer Ersatz für einen Standard-Servo fungiert, ist sie für die Kompatibilität mit Systemen ausgelegt, die ein Standard-PWM-Signal ausgeben.
  • Formfaktor: Dank seiner kompakten Größe passt es in die engen Vorgaben eines 3D-gedruckten Gehäuses.
Raketenschubvektorisierung

Der Prototyp: Mechanik und Steuerung

Das Portal Space-Fahrzeug nutzt eine 3D-gedruckte Halterung für die Antriebseinheit. Der L16-R-Propeller ist vertikal montiert und bewegt diese Halterung, wodurch die Schubkraft in verschiedene Richtungen geneigt wird. Dieser vielseitige Mechanismus eignet sich sowohl für Raketentriebwerke als auch für Propellerantriebe, da die physikalischen Prinzipien der Schubvektorsteuerung gleich bleiben.

Präzises Feedback

Die L16-R verfügt über ein internes Potentiometer, das dem Flugcomputer eine konstante Positionsrückmeldung liefert. Dadurch wird sichergestellt, dass das System jederzeit den exakten Winkel des Schubvektors kennt und somit beweist, dass die physische Baugruppe die für einen stabilen Flug erforderlichen Softwarebefehle ausführen kann.

Das Projekt geht nun in eine Optimierungsphase über, die sich auf die Reduzierung des Gesamtgewichts des Fahrzeugs konzentriert, um das Schub-Gewichts-Verhältnis zu verbessern und die physische Baugruppe allgemein zu optimieren. Actuonix ist stolz darauf, studentische Forschungsprojekte zu unterstützen, die die Grenzen der Luft- und Raumfahrttechnik erweitern. Dieser Integrationsgrad hebt das Fahrzeug über die traditionelle, feste Stabilität hinaus und führt es in den Bereich der dynamischen Steuerung, wo grundlegende Flugeigenschaften in Echtzeit gesteuert werden.

Technische FAQ: Portalraum & Schubvektorsteuerung

Warum wurde für dieses Projekt speziell das Übersetzungsverhältnis 35:1 gewählt?

Das Übersetzungsverhältnis von 35:1 ist die schnellste verfügbare Konfiguration für die L16. Bei der Schubvektorsteuerung muss sich der physische Aktuator so schnell bewegen, wie es die Flugsoftware berechnet; ist der Aktuator zu langsam, verzögert sich das System, was zu einer Überkorrektur und einem möglichen Absturz führen kann.

Wie lässt sich der L16-R in Standard-Flugsteuerungen integrieren?

Der L16-R ist als direkter linearer Ersatz für ein Standard-Drehservo konzipiert. Er akzeptiert ein Standard-PWM-Signal (Pulsweitenmodulation), das die universelle Sprache für die meisten Hobby- und Profi-Flugsteuerungen darstellt.

Welchen Vorteil bietet das interne Potentiometer in dieser Anwendung?

Das interne Potentiometer liefert eine Positionsrückmeldung im geschlossenen Regelkreis. Dadurch kann der Flugcomputer überprüfen, ob die Schubaufhängung tatsächlich den vorgegebenen Winkel erreicht hat, und gewährleistet so, dass das System jederzeit den exakten Winkel des Schubvektors kennt.

Vom Theorie zum Anwendungsgebiet

Letztendlich ist das Verständnis des Zusammenspiels von Linearbewegung und mechanischer Hebelwirkung entscheidend für den langfristigen Erfolg Ihres Projekts. Auch wenn es verlockend ist, einfach einen leistungsstarken Aktor zu wählen und auf das Beste zu hoffen, zeichnen sich die zuverlässigsten Konstruktionen durch die sorgfältige Auswahl des am besten geeigneten Aktors für die jeweilige Anwendung aus.

Wenn Sie Hilfe bei der Auswahl eines Produkts benötigen, das Ihren Anwendungsanforderungen entspricht, wenden Sie sich bitte an uns. kontakt unser Verkaufsteam um Hilfe.

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